Förderprogramm "Integration durch Qulifizierung IQ"

Hier erhalten Sie Informationen zum Arbeitsrecht und zum Sozialversicherungs- und Aufenthaltsrecht in Verbindung mit Arbeit.

Was ist eine Ausbildungsduldung? Was bedeutet „3+2-Modell“?

Wenn nur eine Duldung und damit ein unsicherer Aufenthalt vorliegt, kann für die Dauer der Ausbildung eine Ausbildungsduldung erteilt werden. Während der Zeit der Ausbildungsduldung kann man nicht abgeschoben werden. Nach erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung besteht grundsätzlich ein Anspruch auf die Erteilung eines Aufenthaltstitels für die Dauer von 2 Jahren (3+2-Regelung). Das gilt jedoch nur, wenn auch in dem Beruf gearbeitet wird, in dem die Ausbildung absolviert wurde. Die Ausbildungsduldung soll somit einen Weg in einen sicheren Aufenthalt in Deutschland ebnen.

Was muss ich tun, um eine Ausbildungsduldung zu erhalten?

Die Ausbildungsduldung muss bei der Ausländerbehörde beantragt werden. Ein Ausbildungsplatz muss schon vorhanden sein, je nach Ausbildungsberuf und eigenem Aufenthaltsstatus gibt es aber unterschiedliche Voraussetzungen für die Antragstellung.

Für wen kommt die „Ausbildungsduldung“ in Frage?

Ab dem 1.1.2020 kommt eine Ausbildungsduldung für zwei Personengruppen in Frage: Die erste Gruppe betrifft Personen, deren Asylantrag bereits abgelehnt wurde und die im Besitz einer Duldung sind. Zum Zeitpunkt der Antragstellung müssen diese allerdings schon 3 Monate im Besitz einer Duldung sein. Diese sogenannte Vorduldungszeit entfällt, wenn die Person vor dem 31.12.2016 nach Deutschland eingereist ist und vor dem 1.10.2020 eine Berufsausbildung angefangen hat. Die zweite Gruppe betrifft Personen, die sich im Asylverfahren befinden. Sie müssen schon eine Ausbildung aufgenommen haben und beabsichtigen, nach Ablehnung des Asylantrags die Ausbildung fortzusetzen. Im Fall, dass der Asylantrag negativ beschieden wird, können diese Personen eine Ausbildungsduldung beantragen. Die 3-monatige Vorduldungszeit entfällt. Somit kann für Personen im Asylverfahren eine Ausbildung auch nach Ablehnung ohne Unterbrechung mit einer Ausbildungsduldung fortgeführt werden. Neu ist, dass eine Ausbildungsduldung nicht nur für eine qualifizierte Berufsausbildung, sondern unter bestimmten Voraussetzungen nun auch für Helfer- und Assistenzausbildungen erteilt werden kann.

Wichtig: Es gibt viele verschiedene Ausschlussgründe, warum die Ausbildungsduldung nicht erteilt wird. Dies ist zum Beispiel der Fall bei einem generellen Arbeitsverbot (z. B. bei Personen aus sogenannte sicheren Herkunftsländern). Wenn die Identität einer Person nicht geklärt ist, ist das auch ein Grund, keine Ausbildungsduldung erteilt zu bekommen. Deswegen sollten Sie sich vor Antragstellung genau informieren, ob eine Ausbildungsduldung für Sie in Frage kommt oder nicht.

Weiterführende Informationen hier und hier (S. 23-31).

Darf man den Ausbildungsbetrieb wechseln, wenn man eine Ausbildungsduldung hat?

Auszubildende dürfen nur einmal den Ausbildungsplatz wechseln. Zum Zwecke der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz werden sechs Monate Duldung gewährt.

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